Schlechte Ernährung und Bewegungsmangel: jeden Tag erkranken
deswegen hunderte Menschen in Deutschland neu an Diabetes. Ärzte und
Politiker wollen das ändern - sie fordern Werbeverbote, höhere Steuern
und den Bann süßer Limonanden an Schulen. Doch bei mancher Idee scheiden
sich die Geister.
Jeden Tag erkranken in Deutschland 700 Menschen neu an Diabetes.
Wenn sich der Trend fortsetzt, wird sich die Zahl der Diabeteskranken
bei uns von heute etwa 7,5 Millionen bis zum Jahr 2030 auf 14 Millionen
fast verdoppeln.
Abgesehen vom schweren Leid der Betroffenen, wird dann das
Gesundheitssystem in Deutschland pleite gehen, haben Ärzte beim Auftakt
der Kampagne "Patient Journey" in Berlin prophezeit. Die Brisanz sei im
Bewusstsein der Politik noch nicht angekommen.
Nur durch Prävention und konsequente Therapie lasse sich das Ausmaß
von Erkrankungen und Komplikationen in den nächsten Jahren eindämmen.
Hier setzt die vom Unternehmen Lilly und der Charité
Universitätsmedizin in Berlin initiierte "Patient Journey" an: In
mehreren Stationen sollen Politiker und Diabetes-Experten
zusammengebracht werden, um vordringliche Probleme zu diskutieren.
Themen: wie Diabetes vorgebeugt werden kann, wie sich durch
konsequente Behandlung Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall,
Erblindung, Fußamputationen oder Nierenversagen vermeiden lassen und
auch, wie die künftig notwendige Zahl an Diabetologen ausgebildet werden
kann.
Ergebnisse könnten dann in einem "Nationalen Diabetesplan" Eingang
finden. Start der Kampagne war in der vergangenen Woche eine
Podiumsdiskussion mit Experten und Gesundheitspolitikern.
Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der
CDU-Bundestagsfraktion, setzte sich für eine Politik der kleinen
Schritte ein: Er will generell Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung
mit Übergewicht thematisieren und damit die Prävention der großen
Volkskrankheiten wie Diabetes voranbringen.
Schmerzmedizin soll Pflicht für jeden Arzt werden
Bis zu 18 Millionen Menschen leiden in Deutschland an chronischen
Schmerzen - doch die meisten Ärzte sind mit der Behandlung überfordert.
"Wir sind in der Versorgung gescheitert", gestehen Schmerzmediziner.
Jetzt soll an der Ausbildung der Mediziner gebastelt werden.
FRANKFURT/MAIN (jvb). Schmerzpatienten in Deutschland werden immer
noch nicht ausreichend versorgt: Für die geschätzten 13 bis 18 Millionen
Betroffenen gibt es nur 2000 bis 3500 Ärzte, die eine
Schmerzsprechstunde anbieten, und 150 regionale Schmerzzentren.
"Wir sind gescheitert, die Versorgung von Schmerzpatienten
nachhaltig und flächendeckend sicherzustellen", sagte Dr. Gerhard
Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Schmerztherapie, anlässlich des Deutschen Schmerz- und Palliativtags in
Frankfurt.
Schmerzpatienten haben meist einen langen Leidensweg, bis sie in ein
Schmerzzentrum kommen. Im Schnitt haben sie vorher elf Ärzte gesehen
und der Krankheitsbeginn liegt zehn Jahre zurück.
"Patienten treffen auf verständnislose Ärzte, weil diese nicht auf
die Versorgung vorbereitet wurden", erklärte Müller-Schwefe die
Versorgungsmissstände.
Er fordert daher, dass Schmerzmedizin verpflichtend in die
Approbationsordnung aufgenommen wird - wie es im Entwurf des
Bundesgesundheitsministeriums steht. Für eine bessere Versorgung müsse
die Schmerzmedizin ein eigenes Fachgebiet werden.
Ebenso müssten die Leistungsverzeichnisse der Kassen die
Schmerzmedizin abbilden. Ein Erfolg sei die Aufnahme chronischer
Schmerzen in den Morbi-RSA.
"Das Geld kommt bei Ärzten aber noch nicht an", so Müller-Schwefe.
Jetzt gehe es darum, dass Ärzte bei Schmerzpatienten die Diagnosen genau
verschlüsseln. Dann könne man auch über die Vergütung verhandeln und
Schmerztherapie in die Bedarfsplanung mit einbeziehen.
Experten wollen Softdrinks aus Schulen verbannen
BERLIN (eis). Um Übergewicht bei Kindern und
Jugendlichen vorzubeugen, fordern Diabetes-Experten bundesweit ein
Verkaufsverbot zuckerhaltiger Getränke in Schulen.
Getränke als Kalorienbomben fördern die Adipositas-Welle.
"Nicht große Visionen helfen gegen Übergewicht, sondern einfache
Maßnahmen", hat der Kinderdiabetologe Professor Thomas Danne aus
Hannover bei einer von Lilly unterstützten Podiumsdiskussion in Berlin
betont.
Stark zuckerhaltige Getränke wie Limonaden, Fruchtsäfte,
Energy-Drinks, Eistee und gesüßte Milchgetränke fördern nach
Studiendaten Adipositas. Der Konsum wird bei Kindern stark durch Werbung
und XXL-Portionen gefördert.
Nach Angaben von Danne sind sechs Prozent der Kinder in Deutschland
bereits adipös und 13 Prozent übergewichtig - doppelt so viele wie vor
zehn Jahren. Übergewicht in der Kindheit ist die Basis für ein
ungesundes Leben.
Die Organisation diabetesDE will daher in Kürze eine Kampagne gegen
zuckerhaltige Getränke in Schulen starten. Auch Gesundheitspolitiker wie
Nicole Maisch (Grüne) und Jens Spahn (CDU) könnten sich ein solches
Verbot vorstellen.
Dass mit Verzicht auf zuckerhaltige Getränke nicht nur Übergewicht
vermieden, sondern auch abgespeckt werden kann, hat die PREMIER-Studie
ergeben.
Ein Getränk weniger täglich (033l) war bei Erwachsenen mit
Gewichtsverlust von 0,49 kg nach sechs und 0,65 kg nach 18 Monaten
verbunden.
Nicht jede Krise ist ein Burnout
BERLIN (af). Die Burnout-Debatte hat psychisch Erkrankte
entstigmatisiert. Darauf verweist die Deutsche Gesellschaft für
Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) - und warnt
zugleich vor Diagnose-Irrtümern.
Ermutigt durch die Burnout-Bekenntnisse von Prominenten wie dem
ehemaligen Trainer von Schalke 04, Ralf Rangnick oder dem Fernsehkoch
Tim Mälzer, falle es Betroffenen leichter, über psychische Probleme zu
berichten, heißt es in einem aktuellen Positionspapier der DGPPN.
Betroffen sind viele: 2010 seien in Deutschland wegen der
Diagnose Burnout 53 Millionen Krankheitstage angefallen. Das bedeute
einen Anstieg um 80 Prozent in den vergangenen 15 Jahren.
"Diesen Trend müssen wir stoppen", sagte Arbeitsministerin Ursula
von der Leyen in einem Grußwort zum Hauptstadtsymposium der DGPPN.
Die Fachgesellschaft warnt in einem Positionspapier allerdings davor
jegliche Form psychischer Krisen am Arbeitsplatz als Burnout zu
diagnostizieren. Eine derart undifferenzierte Betrachtungsweise lasse
das international geltende Klassifikationssystem psychischer
Erkrankungen (ICD 10, F-Gruppe) nicht zu.
Burnout mit Depressionen gleichzustellen könne Unter- oder
Fehlversorgung der Betroffenen auslösen, heißt es in dem
Positionspapier.
Die DGPPN verweist darauf, dass das Gesundheitssystem die
gesamtgesellschaftlichen Folgen von Krankschreibungen und
Frühberentungen durch psychische Störungen nicht auffangen könne.
Arbeitgeber und Gewerkschaften seien in der Pflicht, Überforderungen in
der Arbeitswelt abzubauen.
Kardiologe: Kernspin kann oft Herzkatheter ersetzen
Eine Diagnose per Magnetresonanztomografie (MRT) kann vielen Patienten eine Herzkatheter-Untersuchung ersparen. Das hat eine Pilotstudie mit Daten von mehr als 11 000 Patienten in Deutschland ergeben. Die MRT, auch Kernspin genannt, liefert hochauflösende und genaue Bilder des Herzmuskels.
"Bei 45 Prozent der Patienten musste nach der Diagnose per MRT der Herzkatheter nicht eingesetzt werden, bei jedem sechsten Patienten wurde vor der MRT sogar eine falsche Diagnose gestellt." Das sagte Dr. Oliver Bruder, Kardiologe am Elisabeth-Krankenhaus Essen, am Montag der dpa.
Der Einsatz der MRT in der Kardiologie habe in den vergangenen fünf Jahren deutlich zugenommen, dies liege auch an Fortschritten in der Medizintechnik. "Die Bilder sind qualitativ so gut, dass man auch sehr kleine Narben der Herzmuskulatur erkennen kann. Außerdem lassen sich die Herzklappen, die Herzmuskulatur und die Herzdurchblutung in einer einzigen Untersuchung beurteilen", sagte Bruder. Bei jedem vierten Patienten wurde nach der MRT-Untersuchung die Therapie mit Medikamenten geändert.
Die Bedeutung des Kernspins werde bei der Diagnose von Herzkrankheiten weiter zunehmen. "Der Herzkatheter wird nicht verschwinden, aber das MRT erlaubt es, diese invasive Methode immer gezielter einzusetzen."
Beim Herzkatheter schiebt der Arzt einen dünnen Kunststoffschlauch durch die Leiste bis zum Herzen. Viele Betroffenen haben Angst vor diesem Eingriff, häufig müssen sie dafür im Krankenhaus bleiben. "Die MRT-Untersuchung kommt ohne Röntgenstrahlen aus, es muss kein iodhaltiges Röntgen-Kontrastmittel gespritzt werden, sie belastet also nicht. Bei 86 Prozent der Patienten reicht sie als alleiniges Diagnoseverfahren aus. Die MRT wird die Kardiologie verändern", erläuterte der Mediziner weiter. Beim Kernspin müssen die Betroffenen in eine Röhre, mit Hilfe von Magnetfeldern werden Bilder gemacht, die das untersuchte Organ in Scheiben darstellen können.
Onkologen setzen auf Sport zur Prävention
MÜNCHEN (sto). Ein gesunder Lebensstil, häufig verbunden mit sportlichen Aktivitäten, reduziert offenbar das Risiko, an Krebs zu erkranken. Möglicherweise verringert regelmäßiger Sport auch das Rezidivrisiko bei Krebspatienten und verlängerte deren Überlebenszeit.
Moderater Sport wie Walking, Schwimmen oder Radfahren könne zumindest bei Patienten mit Brustkrebs oder mit Darmkrebs die Prognose nachweislich verbessern, sagte der Chirurg Professor Michael Schoenberg in München beim ersten Symposium in Deutschland, das sich nur mit dem Thema "Sport und Krebs" beschäftigte.
Jeder fünfte Krebspatient sterbe nicht an der Erkrankung, sondern an den Folgen von Übergewicht, Diabetes oder KHK, erläuterte der Chefarzt der Chirurgie am Rotkreuzklinikum München. Zudem sei aus molekularbiologischen Untersuchungen bekannt, dass erhöhte Insulin-Werte die Teilungswahrscheinlichkeit von Zellen bei Dickdarmkrebs erhöht. Ein Krebspatient mit metabolischem Syndrom, der sportlich aktiv ist, könne daher nicht nur etwas für sein körperliches Wohlbefinden tun. Er verbessere auch seine Prognose.
Studie: Sport senkt die Sterberate bei Darmkrebs
Erste Zahlen, die die Wirksamkeit körperlicher Aktivität bei Krebspatienten belegen, gibt es nach Angaben des Sportmediziners Professor Martin Halle vom Klinikum rechts der Isar der TU München bereits. So könne die Fünf-Jahres-Sterberate bei Patienten mit Darmkrebserkrankungen, bei denen sich bereits Lymphknotenmetastasen gebildet haben, durch Sport um bis zu 40 Prozent reduziert werden.
Notwendig sei dafür jedoch jeden Tag ein strammer Spaziergang von mindestens 45 Minuten, der zu einem leichten Schwitzen und auch zu etwas Atemnot führt, so Halle. Halle zitierte Forschungsergebnisse des Australiers Dr. Andrew M. Haydon von der Monash Medical School in Melbourne.
Der Puls sollte dabei für mindestens zehn Minuten über 100 liegen. Durch eine solche "Trainingstherapie" werde offenbar der Stoffwechsel so beeinflusst, dass die Prognose verbessert werde. Die Studienlage sei hier aber noch nicht klar, räumte Halle ein. Er glaube jedoch, dass intensive körperliche Aktivität richtig sei: "Die Patienten fühlen sich besser, weil sie aktiv sind, und schaden tut es sicher nicht."
Depressionen
schnüren auch die Lunge ein
Erstmals legen
Studienergebnisse nahe, dass zwischen der obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)
und Depressionen möglicherweise ein Kausalzusammenhang besteht. So sollen
Depressionen die Anzahl und Dauer der Exazerbationen sowie
Krankenhausaufenthalte steigern.
Patienten, bei denen COPD
und Depression diagnostiziert wurde, litten gleichzeitig unter mehr
Krankheitsschüben verbunden mit zweieinhalb Mal längeren
Krankenhausaufenthalten als nicht-depressive. Sie wiesen ebenfalls eine höhere
Sterblichkeit auf. Ähnliches gilt für Angststörungen: Exazerbationen waren
annähernd doppelt so lang wie bei normalen COPD-Patienten.
Die Wissenschaftler
vermuten einen kausalen Zusammenhang. „Depression und Angststörungen müssen
klinisch jetzt als Risikofaktoren und nicht nur als Komorbiditäten gesehen
werden“, erklärt Jean Bourbeau, Leiter der Studie an der McGill Universität
Montreal. Als Erklärung liefern die Forscher mehrere Antworten: Depressionen
könnten das Immunsystem beeinflussen oder die Fähigkeit der Patienten, sich an
chronische Symptome zu gewöhnen. Die Befunde legen nahe, angstgestörten oder
depressiven COPD-Patienten mit Antidepressiva oder Psychotherapie auch die
Lungensymptome zu lindern, meint Bourbeau. Jedoch seien die Ergebnisse nicht
signifikant. Bourbeau weist aber darauf hin, dass die Befunde eher noch unterschätzt
würden, da einige Patienten mit schwerer COPD schon vor dem Follow-Up
ausgeschieden waren.
500 Patienten nahmen an
der Studie teil, davon annähernd ein Viertel mit Depression und etwa fünf
Prozent mit Angststörungen. Nachdem anfangs ihr Krankheitsbild und -schwere
festgehalten wurde, berichteten sie monatlich über ein Jahr lang über
Exazerbationen und Krankenhausaufenthalte.
Raucher
sollten Rotwein trinken
Wenn Raucher ein bis zwei
Gläser Rotwein pro Tag trinken, senken sie damit ihr Lungenkrebsrisiko um 60
Prozent. Die beste Methode bleibe jedoch der Rauchverzicht, betont
Studienleiter Chun Chao vom Kaiser Permanente Department of Research and
Evaluation.
Im Rahmen der California
Men`s Health Study untersuchte Chun Chao den Einfluss von Bier-, Rot- und
Weißwein- sowie Likörkonsum auf das Risiko, Lungenkrebs zu bekommen.
Auf Basis der 84.170
Männer zwischen 45 und 69 Jahren stellte er fest, dass das Risiko mit jedem
Glas Rotwein pro Monat um zwei Prozent abnehme. Besonders Raucher profitierten
vom Weintrinken, meint Chao. Raucher, die bis zu zwei Gläser am Tag zu sich
nehmen, senkten ihr Lungenkrebsrisiko um 60 Prozent. Der Forscher weist aber
ausdrücklich darauf hin, dass der Zigarettenverzicht dennoch der beste Weg sei,
nicht an Lungenkrebs zu erkranken.
Bei Bier, Weißwein und
Likör konnte hingegen keine Effekte entdeckt werden. Die Wissenschaftler führen
die Wirkung daher auf die in Rotwein vielfach vorhandenen Antioxidanzien zurück.
Größeres
Zeitfenster für die Thrombolyse
Der Einsatz der
Lysetherapie beim Schlaganfall war bisher zeitlich auf drei Stunden nach
Symptombeginn begrenzt. Die Ergebnisse einer neuen Studie könnten dieses
Zeitfenster in Zukunft ausdehnen und damit die Behandlungsergebnisse deutlich
verbessern.
Nach Herzinfarkt und
Krebserkrankungen ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in
Deutschland. Zusätzlich ist er die häufigste Ursache für eine bleibende
Behinderung. Als Akuttherapie des Apoplex ist die Thrombolyse mit dem
intravenös verabreichten Wirkstoff Alteplase (rt-PA) hockwirksam. Rt-PA
kann die Blutgerinnsel im Gehirn auflösen und die Durchblutungsstörung beheben. Seit
der Einführung dieser Therapie vor mehr als zehn Jahren durch die rt-PA Stroke
Studie galt für den Einsatz der Lyse ein Zeitfenster von drei Stunden nach
Symptombeginn. Dies basierte auf dem Wissen, dass bei späterer Anwendung die
Gefahr von Hirnblutungen durch eine Wiedereröffnung des Gefäßes steige oder
bereits zuviel Gewebe durch Sauerstoffmangel irreversibel geschädigt sei.
Durch die von Prof. Dr.
Werner Hacke, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Universitätsklinik
Heidelberg, ins Leben gerufene European Cooperative Acute Stroke Study
III (ECASS3), gerät diese Annahme und damit das jetzige Zeitfenster ins Wanken.
Die kontrollierte, randomisierte Studie mit 821 Teilnehmern verglich Alteplase-
und Plazeboinfusion 3 bis 4,5 Stunden post Apoplex. Einen guten
Behandlungserfolg und keine oder nur geringfügige Behinderungen zeigten hierbei
52 % der Patienten mit erfolgter Thrombolyse und 45 % der Patienten mit
Plazebogabe. Symptomatische intrakranielle Blutungen waren mit dem Verum zwar
höher als mit Placebo (2,4% vs. 02,%), die Sterberate war jedoch nicht
signifikant unterschiedlich (7,7% vs. 8,4%).
Die Ergebnisse bestätigen
damit, dass trotz besseren Outcomes die Einhaltung der bisher schon bestehenden
Ausschlusskriterien für eine Lyse (Schlaganfall oder Kopfverletzung in letzten
drei Monaten, erhöhte Blutungsneigung durch Krankheit oder Medikamente,
etc.) weiterhin bestehen bleiben müssen. Doch unter ihrer Berücksichtung
kann das Zeitfenster für die rt-PA - Therapie erweitert werden und dadurch die
Zahl der Patienten, die eine Lyse erhalten können, weltweit deutlich steigen.
Die Verlängerung des Zeitintervalls sollte die Ärzte jedoch keineswegs dazu
verführen, sich Zeit zu lassen, denn weiterhin gilt - und das beweist
auch ECASS3 erneut - „time is brain“!
Hibiskus-Tee senkt systolischen
Blutdruck um 13 mmHg
Drei Tassen Hibiskus-Tee pro Tag, und der Blutdruck
fällt - vor allem, wenn er anfänglich schon etwas erhöht ist.
Diesen gesundheitsfördernden Nebeneffekt des
Kräutertees glauben Forscher von der Tufts-Universität in Boston in den USA nun
mit wissenschaftlichen Daten belegen zu können. Dr. Diane McKay und ihre
Mitarbeiter haben 65 Männer und Frauen mit systolischen Blutdruckwerten
zwischen 120 und 150 mmHg und diastolischen Werten niedriger als 95 mmHg
in eine Studie aufgenommen.
Eine Gruppe trank sechs Wochen lang täglich drei
Tassen frisch aufgebrühten Hibiskus-Tee, die andere ein Placebo-Getränk. Der
Effekt nach sechs Wochen: Der regelmäßige Genuss von Hibiskus-Tee ließ den
systolischen Blutdruck im Schnitt um 7,2 mmHg sinken, das Placebo-Getränk
dagegen nur um 1,3 mmHg. Auch beim diastolischen Blutdruck gab es einen -
wenngleich weniger ausgeprägten - Unterschied zugunsten der Teetrinker.
Besonders gut sprachen Probanden mit hochnormalen oder
schon leicht hypertensiven Blutdruckausgangswerten (129 mmHg oder höher) auf
das rote Tee-Gebräu an: In dieser Subgruppe sank der systolische Wert sogar im
Schnitt um 13,2 mmHg (Placebo: 1,3 mmHg).
Die Herz-Forscher aus Boston vermuten, dass ein in Hibiscus sabdariffa
enthaltener Bestandteil, der in bereits Studien eine antioxidative Wirkung
gezeigt hatte, Ursache der blutdrucksenkenden Wirkung sein könnte.
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 28. März 2012 um 13:48 Uhr